Eine Weihnachtsgeschichte

Hallo, wir sind Biene und Noah. Wir haben einen seltsamen Auftrag bekommen – wir sollen Ihnen eine kleine Weihnachtsgeschichte erzählen. Das ist schwierig für uns, denn Weihnachten ist ein Begriff der Menschen. Allerdings wohnen wir ja schon eine sehr lange Zeit im Tierheim und haben von den Leuten, die uns betreuen und besuchen, ein bisschen was aufschnappen können.

Drei Dinge fallen uns zum Thema Weihnachten ein: Zum einen gibt’s da immer einen Baum. Dann soll es, wie die Menschen sagen, das Fest der Liebe sein. Außerdem ist da noch die Sache mit den Geschenken. Mal sehen, ob wir daraus eine kleine Weihnachtsgeschichte zusammen bekommen.

Also, zunächst mal die Sache mit dem Baum – den haben wir auch! Aber wir haben unseren Baum glücklicherweise das ganze Jahr über. Wir schmeißen ihn im Januar nicht einfach raus, denn schließlich benötigen wir ihn zum Klettern.

Dann sagt man, Weihnachten sei das Fest der Liebe, und zu diesem Thema können auch wir durchaus etwas sagen. Wissen Sie, für uns ist es nämlich nicht immer leicht, im Tierheim klarzukommen. Auf der einen Seite werden wir sehr gut versorgt und haben es hier warm und behaglich. Auf der anderen Seite kommt ja immer mal ein neuer Artgenosse in unsere Katzenstube. Wenn man sich dann nicht riechen kann und sich aus dem Weg gehen will, ist das zuweilen etwas anstrengend. Oder andersrum: Vielleicht hat man sich gerade ein bisschen mit dem neuen Bewohner angefreundet, und auf einmal ist er wieder weg. Vermittelt. Natürlich ist das sehr schön für den vermittelten Artgenossen, aber für uns Langzeit-Bewohner bringt dieser Wechsel auch immer Unruhe. Unsere kleine Gemeinschaft muss sich immer auf’s Neue zusammenraufen.

Da ist es ein großes Glück, wenn man jemanden hat, mit dem man sich immer gut versteht und der immer da ist. Dieses Glück haben wir beide. Wir mögen einander so, wie wir sind, und sind einfach unzertrennlich. Das ist im Tierheimalltag ein großer Trost und Halt für uns. Aber wir machen kein Fest daraus, wir benennen auch keinen besonderen Tag danach. Wir mögen uns einfach immer und sind jeden Tag froh, dass wir einander haben. Besonders, weil wir beide den Menschen gegenüber noch immer recht schüchtern sind. Deswegen finden wir es toll, dass es zuweilen Menschen gibt, die auch etwas scheueren Katzen ein Zuhause geben. Gerade in den letzten Monaten hatten einige unserer Artgenossen aus den anderen Katzenstuben ein solches Glück. Wenn uns das auch eines Tages passieren sollte, und wenn wir dann noch gemeinsam gehen dürften  - das wäre dann für uns so eine Art von Geschenk.

So! Jetzt  haben wir die Weihnachtsbegriffe, die wir kennen, tatsächlich alle untergebracht. Bestimmt nicht ganz so, wie es erwartet wurde, aber vielleicht hat es Ihnen ja trotzdem ein bisschen gefallen.

Wir wünschen Ihnen schöne Weihnachten!

Biene und Noah                       

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